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Die Aufgabenanalyse

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Dieser Inhalt ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert.

© Mathias Albrecht / 29.04.2002

Die Aufgabenanalyse und -synthese

Was ist eine Aufgabe?

Die auf längere Dauer wirksame Aufforderung an Menschen (auch Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung), bestimmte Handlungen vorzunehmen, wird Aufgabe genannt.

Ein Beispiel: Der Auszubildende hat die Aufgabe, dass Ausbildungsziel zu erreichen. Dieses Ziel hat er in der Regel in drei Jahren zu verwirklichen.

Eine Klausuraufgabe wird nicht auf Dauer, sondern nur einmal gelöst und unterscheidet sich somit vom o. g. Aufgabenbegriff.

Was ist nun unter Aufgabenanalyse zu verstehen?

In der Aufgabenanalyse werden die Gesamtaufgaben einer Verwaltung (eines Unternehmens) analysiert, in Teilaufgaben zerlegt und gegliedert.

Die Gliederung der Aufgaben kann nach folgenden Merkmalen vorgenommen werden:

1. Verrichtungen der zu erfüllenden Aufgabe (Verrichtungsprinzip)

2. Objekte der zu erfüllenden Aufgabe (Objektprinzip)

3. die zeitliche Anordnung eine Aufgabe (Phasen)

4. der Rang einer Aufgabe (Rangstufen)

5. Zweckbeziehung der Aufgabe zum verfolgten Ziel

-> 1. Aufgabenanalyse nach dem Kriterium "Verrichtung"

Die Aufgabe wird in die einzelnen, zu ihrer Erfüllung notwendigen Verrichtungen zerlegt. Beispielsweise muss transportiert, montiert, verpackt gelagert werden. Die Teilverrichtungen können jeweils unabhängig oder abhängig voneinander sein.

Vorteil: weiter gehende Spezialisierung und schnellere Aufgabenerledigung

Nachteil: Gleichförmigkeit der Tätigkeiten, Demotivation der Mitarbeiter

-> 2. Aufgabenanalyse nach dem Kriterium "Objekt"

Die Aufgabe wird gegliedert nach den einzelnen Objekten, an denen sie erfolgt. Beispielsweise müssen Teilaufgaben am Rohmaterial, am Zwischenprodukten und an Einbauteilen ausgeführt werde. Auch Objekte können abhängig oder unabhängig voneinander sein.

Vorteile: umfassende Kenntnisse und Fertigkeiten der Mitarbeiter, motivierende Arbeitsplätze

Nachteil: geringe Bearbeitungsgeschwindigkeit, gut eingearbeitete Mitarbeiter kaum ersetzbar

-> 3. Aufgabenanalyse nach dem Kriterium "Phase"

Jede Aufgabe wird in den Phasen Planung, Durchführung und Kontrolle durchgeführt. Die Teilaufgaben werden diesen drei Kategorien zugeordnet.

-> 4. Aufgabenanalyse nach dem Kriterium "Rangstufe"

Dieses Gliederungsmerkmal unterscheidet sich bei einer Aufgabe zwischen Entscheidung und Ausführung. Jeder Ausführung geht einer Entscheidung voraus.

Probleme bei der Aufgabenzerlegung

- Schwankungen der Bedingungen während der Aufgabenerfüllung

- Wandel der Aufgaben im Zeitablauf

- wechselseitige Abhängigkeiten (sog. Interdependenzen) der Aufgaben -> keine eindeutige Abgrenzung voneinander

- erheblicher Zeitaufwand der Aufgabenzerlegung

Lösungsversuch: Prozessanalysen

Prozess: ungeteilte Abfolge von objektbezogenen Verrichtungen

Danach kommt die Aufgabensynthese

Aufgabensynthese ist die Zusammenfassung der Teilaufgaben zu Aufgabenkomplexen für die Bildung von Abteilungen (Organisationseinheiten) und Stellen. Stellen sind als die kleinsten Einheiten die Grundelemente der organisatorischen Struktur.

Das Ergebnis der Aufgabensynthese ist der Stellenplan.

Diese Synthese erfolgt nach dem Verrichtungs- oder Objektprinzip. Die meisten Behörden arbeiten nach einem Mischprinzip, unter der Behördenleitung kommen zwei verschiedene Arten von Organisationseinheiten vor:

-> 1. Spartenorganisation (auch Objekt- oder Produktzentralisation)

erbringen Leistungen (Produkte) direkt für Einwohner und Kunden, alle Verrichtungen zu einem Objekt werden zu einem Aufgabenkomplex zusammengefasst

-> 2. Funktionsorganisation

Verrichtungsspezialisten erfüllen Aufgaben, die andere Organisationseinheiten unterstützen, gleichartige Verrichtungen werden zu Aufgabenkomplexe zusammengefasst

Diese Trennung stellt auch eine Trennung in eine zentrale und dezentrale Ebene dar.

Zentrale Ebene: in Verwaltungen sog. "Querschnittsämter"

Vorteile: Rationalisierung, Kostenvorteile

Nachteile: Bürokratie, lange Verwaltungswege, schlechte Motivation

Dezentrale Ebene: in Verwaltungen sog. "Fachämter"

Vorteile: höhere Motivation, schnellere Entscheidungen, bessere Qualität der Entscheidungen

Nachteile: Kompetenzstreitigkeiten

Quelle: Verwaltungsbetriebswirtschaft, Dettmar/Hausmann, Verlag Gehlen

IBIM -Planung und Organisation (Internetpuplikation)

 

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Publiziert am: Mittwoch, 26. Juli 2006 (185 mal gelesen)
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